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#1

E-Plus darf UMTS auf 900 MHZ an 25 Standorten nutzen

in E-Plus Gruppe 16.12.2010 19:09
von Radiosb | 86 Beiträge

Netzagentur erlaubt E-Plus die Nutzung der Sprach-Frequenzen für Datenübertragung. Die Konkurrenten haben Milliarden dafür bezahlt.

In einer überraschenden Entscheidung hat die Bundesnetzagentur die Spielregeln für den Ausbau von schnellen Internet-Zugängen in ländlichen Regionen geändert. Nach Informationen von „Welt Online“ hat der Regulierer einem Antrag von E-Plus statt gegeben, bisher nur für Sprachtelefonie genutzte 900-Megahertz-Frequenzen auch für drahtloses Breitband-Internet frei zu geben.

Ab sofort darf E-Plus an 25 Standorten auf diesen Frequenzen Internet anbieten. Insbesondere Telefónica O2 zeigte sich „verwundert“ über den Entschluss des Regulierers.


Die Entscheidung könnte die 800-Megahertz-Frequenzen entwerten, die von den E-Plus-Konkurrenten O2, Telekom und Vodafone in diesem Jahr für jeweils mehr als eine Milliarde Euro ersteigert wurden. Nur E-Plus war aus dem Bieterrennen um die Frequenzen der digitalen Dividende ausgestiegen, die frei wurden, weil sie von den Rundfunkanstalten nach der Umstellung auf digitale Übertragungswege nicht mehr genutzt wurden. Im Nachhinein könnte E-Plus nun – so die Befürchtungen – der lachende Sieger sein, ohne hohe Summen investieren zu müssen.

Im Gespräch mit „Welt Online“ sagte der Präsident der Netzagentur, Matthias Kurth: „Wir bevorzugen niemanden.“ Jeder Netzbetreiber habe die Möglichkeit, einen Antrag wie E-Plus zu stellen, sagte Kurth. „Es besteht Chancengleichheit.“

E-Plus fordert schon seit längerem die Freigabe dieser Frequenzen. Tatsächlich gibt es in Deutschland eine ungleiche Frequenzverteilung, weil die Mobilfunker zu unterschiedlichen Zeitpunkten in den Markt gestartet sind. Anfang der 90er-Jahre vergab der Bund Sendefrequenzen aus dem 900-Megahertz-Bereich an die damals noch staatliche Deutsche Telekom und an Mannesmann Mobilfunk (heute Vodafone).
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Die später gestarteten Netze von Viag Interkom (heute O2) und E-Plus hingegen bekamen Frequenzen im 1800-Megahertz-Bereich zugesprochen. Je höher die Megahertz-Zahl, desto kleiner sind die Funkwellen. Bei langwelligen Frequenzen, wie sie im 900-Megahertz-Bereich vorkommen, lassen sich dementsprechend größerer Gebiete mit weniger Sendemasten versorgen. Der Netzaufbau wird dadurch günstiger. Erst 2006 hatte die Netzagentur auch E-Plus und O2 mit 900er-Frequenzen ausgestattet, allerdings haben sie deutlich weniger bekommen als Telekom und Vodafone.

„Die ungleiche Ausstattung der Lizenznehmer in Deutschland mit Frequenzen hat bis zur Gegenwart erhebliche Verzerrungen des Wettbewerbs zwischen den vier Mobilfunknetzbetreibern nach sich gezogen“, sagte Torsten Gerpott, Professor für Telekommunikation an der Uni Duisburg. Telekom und Vodafone halten etwa 70 Prozent des Marktes, die restlichen 30 Prozent teilen sich E-Plus und O2. Dass die Wettbewerbssituation von der Frequenzverteilung abhängt, hat auch die Europäische Kommission erkannt und fordert die EU-Mitgliedsländer auf, die Frequenzverteilung zu überprüfen und Frequenzbänder für weitere Dienste freizugeben.

Diese Prüfung bei der Netzagentur läuft noch und soll bis Mitte des kommenden Jahres abgeschlossen sein. Es stehe außer Frage, dass die Netzagentur die die 900-Megahertz-Frequenzen öffnen wolle, sagte Kurth. Auf welche Art das geschehe, sei aber noch nicht entschieden. Das gelte auch für eine mögliche Umverteilung. Der Entschluss, dem E-Plus-Antrag stattzugeben, sei keine Vorentscheidung, sagte Kurth.

„Eine Umverteilung von Frequenzen aus dem 900 MHz-Bereich ist überfällig, um Wettbewerbsverzerrungen zu beseitigen“, sagte hingegen E-Plus-Chef Thorsten Dirks. „Zusammen mit der Flexibilisierung könnten wir bei der Breitbandversorgung auf dem flachen Land dann in ganz andere Dimensionen vorstoßen.“ Den Start sollen nun Regionen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz machen.

„Das ist ein spürbarer und vor allem auch schneller Beitrag zur Beseitigung der weißen Flecken“, sagte der E-Plus-Chef. Im Vergleich zu den 800er-Frequenzen könnte E-Plus dort sogar im Vorteil sein. Das Unternehmen stützt sich bei 900 Megahertz auf vorhandene Technik, die heute bereits in den Mobilfunknetzen genutzt wird.

Der Aufbau von LTE ist für die E-Plus-Konkurrenten eher mühsam. Die Telekom will mit ihrem Regelbetrieb erst im April starten. Zwar lassen sich die Sendemasten relativ schnell umrüsten, doch es mangelt noch an einer größeren Zahl von Datensticks, mit denen Computer zum Empfang des drahtlosen Breitband-Internets ausgerüstet werden müssten. Außerdem benötigen die Netzbetreiber für jeden Sendestandort eine Genehmigung des Regulierers. Darüber hinaus müssen sie sich mit den Rundfunksendern abstimmen, die angrenzende Frequenzen nutzen, die möglicherweise gestört werden.

Allerdings ist auch E-Plus nicht ganz frei bei der Nutzung seiner 900-Megahertz-Frequenzen. Weil die Frequenzblöcke in direkter Nachbarschaft zu O2 liegen, müssen sich die Unternehmen einig werden, um sich nicht zu stören. Auch die Deutsche Bahn funkt mit einem eigenen Netz auf einer ähnlichen Frequenz und darf von E-Plus nicht beeinträchtigt werden. „Damit unterliegt E-Plus Bedingungen, die auch die Konkurrenten mit der digitalen Dividende berücksichtigen müssen“, heißt es bei der Netzagentur.


http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/ar...s-Internet.html



zuletzt bearbeitet 16.12.2010 19:10 | nach oben springen

#2

RE: E-Plus darf UMTS auf 900 MHZ an 25 Standorten nutzen

in E-Plus Gruppe 16.12.2010 19:30
von Beni | 6.504 Beiträge

Sau Geil, E-Plus gefällt mir immer besser! Wenn die bald in ganz Deutschland UMTS auf GSM900 anbieten dürfen und dann die Milliarde statt in eine neue Lizens in günstige LTE Technik die auf der gleichen Frequenz GSM und UMTS kann, kann man das Geld ins Netz stecken und für eine Milliarde lassen sind wohl einige Tausend UMTS Sender bauen.




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#3

RE: E-Plus darf UMTS auf 900 MHZ an 25 Standorten nutzen

in E-Plus Gruppe 16.12.2010 19:32
von Radiosb | 86 Beiträge

Schade nur das E-Plus relativ wenig GSM 900 Frequenzen hat.



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#4

RE: E-Plus darf UMTS auf 900 MHZ an 25 Standorten nutzen

in E-Plus Gruppe 16.12.2010 20:32
von Beni | 6.504 Beiträge

Naja für Ländliche Gebiete wird es reichen, und man kann dann ja mit 2100MHz und/oder 1800MHz ergänzen und die Kapazität erhöhen so wie man es jetzt im GSM Netz auch macht. Da ZTE ne Technik hat um die gleichen Frequenzen am gleichen Ort für GSM und UMTS zu nutzen muss man auch keine E-GSM Sender gegen GSM1800 tauschen.




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#5

RE: E-Plus darf UMTS auf 900 MHZ an 25 Standorten nutzen

in E-Plus Gruppe 17.12.2010 04:40
von Martyn | 2.747 Beiträge

Habs auch vorhin auf TT gelesen und wollte eigentlich nun hier einen Thread dazu eröffnen.



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#6

RE: E-Plus darf UMTS auf 900 MHZ an 25 Standorten nutzen

in E-Plus Gruppe 18.12.2010 13:37
von Beni | 6.504 Beiträge

Wie ich erfahren habe werden 2 Sender bei mir in der nähe errichtet die bis Februar am Netz sein sollen. Wahrscheinlich wird man am Anfang erst mal einen "Friendly User" Test machen. Ich gehe allerdings davon aus das ich mit einem UMTS 900 fähigen Handy einbuchen kann.
Was ich allerdings nicht weiß ob UMTS 900 das gleiche Frequenzband wie E-/P-GSM abdeckt. Sollte das so sein wäre ein Großteil aktueller UMTS Geräte bereits fähig das neue Netz zu nutzen.




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#7

RE: E-Plus darf UMTS auf 900 MHZ an 25 Standorten nutzen

in E-Plus Gruppe 18.12.2010 15:23
von Radiosb | 86 Beiträge

Es werden genau die E-GSM Frequenzen genutzt die E+ zugeordnet sind.



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#8

RE: E-Plus darf UMTS auf 900 MHZ an 25 Standorten nutzen

in E-Plus Gruppe 18.12.2010 16:01
von Beni | 6.504 Beiträge

Stimmt ich habe mal geschaut es werden 35MHz im Up- 880 MHz - 915 MHz und 35MHz 925 MHz - 960 MHz im Down- Link unterstützt. Das ist genau das Band das auch für GSM genutzt werden darf.

UARFCN ist dann 2937 - 3088

E-Plus könnte auch UMTS 1800 verwenden da hat man ja 15MHz Frequenzen, allerdings wird man das wohl eher für LTE verwenden da sich UMTS 1800 in Europa nicht durchsetzen wird.

UMTS 900 wird aktuell erfolgreich schon in Slowenien, Kroatien, Finnland, Estland, Polen und Frankreich genutzt, interessanter weise nutzt Bouygues in Frankreich auch das gleiche E-GSM Band wie E-Plus für GSM und UMTS gemeinsam und das ohne Störungen.




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#9

RE: E-Plus darf UMTS auf 900 MHZ an 25 Standorten nutzen

in E-Plus Gruppe 18.12.2010 18:01
von Radiosb | 86 Beiträge

UMTS 1800 kann wohl kaum ein Telefon bzw. ein Surfstick.



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#10

RE: E-Plus darf UMTS auf 900 MHZ an 25 Standorten nutzen

in E-Plus Gruppe 18.12.2010 18:18
von Beni | 6.504 Beiträge

Ein paar können 900, 1800, 1900, 2100 aber viele sind es nicht.
Die meisten können 900/2100 oder 900/1900/2100




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#11

RE: E-Plus darf UMTS auf 900 MHZ an 25 Standorten nutzen

in E-Plus Gruppe 18.12.2010 22:00
von Radiosb | 86 Beiträge

Die GSM 900 Frequenzen müssten fair unter allen 4 Anbietern gleich verteilt werden,dann hätte E+ noch ganz andere Möglichkeiten.



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#12

RE: E-Plus darf UMTS auf 900 MHZ an 25 Standorten nutzen

in E-Plus Gruppe 18.12.2010 23:59
von Beni | 6.504 Beiträge

Ja finde ich auch aber es gibt ja nur 35MHz um die Fair aufzuteilen müsste man sowohl T-Mobile als auch Vodafone je 3,5MHz abnehmen und die dann wieder an o2 und E-Plus vergeben. Die Frage ist dann ob man durch diese 3,5MHz viel weiter kommt als aktuell. Außerdem würden dann Vodafone und T-Mobile extreme Probleme in den Städten und auch auf dem Land bekommen da diese im Gegensatz zu E-Plus und o2 fast nur auf GSM900 setzen und dann nicht mehr genug Kapazitäten hätten.
Deshalb ist es jetzt schon so gut wie ausgeschlossen das T-Mobile und Vodafone Ihre GSM900 Frequenzen für UMTS nutzen werden, weil dann müsste man großflächig GSM1800 nachrüsten was sehr hohe kosten verursachen würde. E-Plus hat den großen Vorteil überall wo man Kapazitäten braucht GSM1800 nutzen zu können und das auch zu tun. E-Plus hat ja mittlerweile etwa 28MHz im GSM1800 Bereich was da natürlich ein Riesen Vorteil darstellt, da man da im GSM Bereich die ganze last abwickeln kann. Im UMTS 2100 Bereich hat man mit 20MHz auch ein Riesen Spektrum.




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#13

RE: E-Plus darf UMTS auf 900 MHZ an 25 Standorten nutzen

in E-Plus Gruppe 19.12.2010 06:18
von Martyn | 2.747 Beiträge

Fair aufteilen ist für UMTS nicht einfach, weil UMTS ja zwingend 5 MHz Blöcke braucht. Bei 35 MHz würden dann drei Anbieter zwei Blöcke bekommen und ein Anbieter nur einen Block.

Ausserdem wird ein Block schon reichen. Bei UMTS im 2100 MHz Bereich hat man ja lange Zeit auch nur einen Block benutzt. Zwei Blöcke bei UMTS braucht man eigentlich nur wenn man Grosszellen zur Basisversorgung und Kleinzellen zur Bandbreitenerhöhung kombinieren will.

Aber in den dichter besiedelten Orten hat man ja eh UMTS auf 2100 MHz, so das man UMTS auf 900 MHz eh nur für die Grosszellen zur Basisversorgung im ländlichen Raum braucht.



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#14

RE: E-Plus darf UMTS auf 900 MHZ an 25 Standorten nutzen

in E-Plus Gruppe 19.12.2010 13:46
von Beni | 6.504 Beiträge

Wenn jeder 8,5MHz hätte könnte zumindest E-Plus 5MHz für UMTS und GSM und 2,5MHz nur für GSM nutzen was da schon mal etwas bringen würde.
Ich denke aber wie gesagt sowieso nicht das Telekom oder Vodafone Ihre Frequenzen für UMTS nutzen können, nicht nur weil die 900er Frequenzen total zerstückelt sind (frag mich warum zur Hölle das so gemacht wurde) sondern auch weil die zwei auf Ihre 900er angewiesen sind ohne diese bricht das Netz komplett zusammen, hat man doch so gut wie nur 900er Antennen im ganze Land verbaut. Nur Vodafone hat zumindest in Städten die eine oder andere 1800er Frequenz in benutzung.




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#15

RE: E-Plus darf UMTS auf 900 MHZ an 25 Standorten nutzen

in E-Plus Gruppe 20.12.2010 00:25
von Martyn | 2.747 Beiträge

Wenn GSM und UMTS so problemlos im gleichen Frequenzbereich funktioniert, dann hätte man von den zusätzlichen 3,5 MHz aber keinen wirklichen Vorteil.

Das heisst dann das T-Mobile und Vodafone das schon auch machen könnten, wenn sie zusammenhängende 900 MHz Frequenzen sind. Nur durch die Zerfledderung geht es nicht.

Ansonsten nutzt T-Mobile GSM1800 oft dort wo man es nicht vermuten würde, also irgendwo in Industriegebieten von kleinen und mittleren Städten. Vodafone nutzt GSM1800 meist bei Dual-Band Stationen in Innenstädten.



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